19.12.2025
© Staatliches Bauamt Würzburg

Schwungvolle Großskulptur „SCRIPT“ für den Neubau des Zentrums für Philologie und Digitalität am Campus Hubland Nord realisiert

 

Eine zeichenhafte Großskulptur für den Neubau des ZPD

  • Kunstwettbewerb für den Neubau des Zentrums für Philologie und Digitalität im Dezember 2024 realisiert
  • Das Kunstwerk „SCRIPT“ steht gegenüber dem Haupteingang des ZPD im Grünen Band am Campus Hubland Nord.

  • Gutachtergremium wählt in einem anonymen Wettbewerbsverfahren aus neun eingereichten Arbeiten den Entwurf des Künstlers Daniel Widrig aus London zur Realisierung aus

Für den Wettbewerb Kunst am Bau im öffentlichen Raum für den Neubau des Zentrums für Philologie und Digitalität an der Universität Würzburg wurden neun Künstler/Künstlergruppen nach einer Vorauswahl zur Abgabe eines Wettbewerbentwurfs eingeladen.

Der Künstler Daniel Widrig reichte einen Entwurf für eine statische spiralförmige Skulptur aus wetterfestem Cortenstahl ein.

Eine leichte und geschwungene Installation gegenüber des Haupteinganges des ZPD direkt am Grünen Band –  die Skulptur „SCRIPT“ des Künstlers Daniel Widrig
Eine leichte und geschwungene Installation gegenüber des Haupteinganges des ZPD direkt am Grünen Band – die Skulptur „SCRIPT“ des Künstlers Daniel Widrig © Staatliches Bauamt Würzburg

Gedanken des Künstlers:

Philologie analysiert und interpretiert das Mittel, durch welches Menschen Gedanken und Ideen austauschen und weitergeben, die Sprache und insbesondere die feste Form der Sprache, die Schrift. Ziel des Projekts war die Synthese der Themen Sprache, Schrift und Digitalität zu einer kraftvollen Skulptur. Die Spiralform symbolisiert Raum und Zeit, Evolution und Unendlichkeit. Sie ist eines der ältesten der Menschheit bekannten Symbole und findet in allen Kulturen Resonanz. Sie kann damit als Brücke zwischen jahrtausendealtem Wissen und unserer zeitgenössischen Welt interpretiert werden und schafft eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Wie eine in der Luft gezeichnete Skizze, ein kalligrafisches Ornament oder das Textfragment einer (noch) unbekannten Schrift entwickelt sich die digital generierte Struktur in den architektonischen und landschaftlichen Raum hinein und versucht die rohe, ursprüngliche Essenz des menschlichen Ausdrucks einzufangen. Ihre ikonische, von weitem sichtbare Form verleiht der Institution eine unverwechselbare und einprägsame Identität.

Animation aus dem Wettbewerb
Animation aus dem Wettbewerb © Daniel Widrig

Angesichts der guten Wettbewerbsvorschläge fiel die Entscheidung nicht leicht, letztlich überzeugte der Entwurf von Daniel Widrig das Gremium. Auszug aus dem Juryprotokoll:

„Die Arbeit zeigt einen sehr guten dreidimensionalen Ansatz, die dynamische und filigrane Arbeit erscheint doch kraftvoll und bildet einen guten Kontrast zur strengen Fassade. Sie nimmt Anmutungen der (Schreib-)schrift auf, bleibt jedoch in abstrakter Form.

Im Betrachter werden differenzierte Assoziationen geweckt. Die schwebende Positionierung erlaubt einen guten Durchblick und wirkt aus jeder Blickrichtung anders und spannend. Die Skulptur wird als klassisch zeitlos bewertet.

Es wird durch den Entwurf eine klare Identität geschaffen, eine „zeitlose“ Arbeit, die Signetwirkung entfaltet. Die dynamische und filigrane Skulptur wirkt kraftvoll und bildet ein gutes Gegengewicht zur Geometrie der Fassade. Hervorzuheben sind die Langlebigkeit des Materials, die klassische Form, und die inhaltlich sehr gute Umsetzung der Aufgabe.“

 

Blick vom Eingangsbereich nach Außen auf das Kunstwerk
Blick vom Eingangsbereich nach Außen auf das Kunstwerk © Staatliches Bauamt Würzburg

Wettbewerbsergebnis

Das Gutachtergremium beurteilte die neun eingereichten Entwürfe in einem anonymen Wettbewerbsverfahren. Im Gremium unter dem Vorsitz der Künstlerin Gabriele Obermaier aus München waren außerdem 4 weitere Fachpreisrichter sowie 4 Sachpreisrichter aus dem Universitätsbereich und der Bauverwaltung.

Die Arbeit „SCRIPT“ von Daniel Widrig wurde vom Gutachtergremium einstimmig zum 1. Preis und zur Realisierung empfohlen. Der Freistaat Bayern stellt für das Kunstwerk Mittel in Höhe von 90.000€ bereit.

Acht weitere Künstler/Künstlergruppen reichten ihre Wettbewerbsarbeiten ein:

Ingesidee aus Berlin; Vincent Mitzev aus München, Rudolf Finisterre aus Stephanskirchen, Quadratur aus Berlin, Gerhard Meyer aus Nürnberg, Birgit Schuh aus Dresden, Maix Mayer aus Leipzig und Sprenger Williams aus Berlin.

Eine Wettbewerbsdokumentation ist hier als pdf (ca. 2,5 MB) abrufbar.

© AD PHOTOGRAPHY

Neubau ZPD am Campus Hubland Nord

Mit dem Zentrum für Philologie und Digitalität ist ein einzigartiges Forschungszentrum für die Universität Würzburg entstanden.

Das ZPD soll einen international ausstrahlenden Reflexions- und Kollaborationsraum schaffen, der philologische Methoden mit informatischen Verfahren und Erschließungs- und Analysetechniken der Digital Humanities zusammenführt und die damit verbundenen Herausforderungen für Erkenntnisinteressen, Fragestellungen und Begrifflichkeiten der beteiligten Fächer explizit auch auf der Meta-Ebene thematisiert.

Die Kosten der Gesamtbaumaßnahme betragen rund 17 Mio. € für eine Nutzfläche von rund 2.650 m². Es entstanden Büroräume für ca. 100 Mitarbeiter sowie Seminarräume und eine neue Digitalisierungseinheit. Der Einzug der Nutzer war bereits im März 2023.

 

Einen Einblick in die Entstehung des Gebäudes von der Planung bis zur Fertigstellung und in die spannende Forschungsarbeit erhalten Sie in unserem Film, der als YouTube Video hier abrufbar ist.